Reise und Erfahrungsbericht eines Vaters, 2015

 

 

Eine beeindruckende und bereichernde Zeit !

 

Unsere Reise nach Kinshasa begann am 12 Juli 2015 . Mit einem etwas mulmigen Gefühl, was mich wohl alles erwarten würde ging es in den Nachtstunden los.

Das ich Manuela diesmal begleiten werde,  wurde für mich klar, ja fast ein „Muß“ als die ganzen Besprechungen für den Schulbau losgingen .

Bei uns kann man einer Baufirma den Auftrag geben und es wird alles durch organisiert, aber bei diesem Bauvorhaben ist Manuela für die Organisation und Transport sämtlicher Baumaterialien verantwortlich. Da brauchte es nicht vieler Worte ihrerseits, wie froh sie wäre mich beim Einkauf der Baumaterialien und Bau beratend an ihrer Seite zu haben und schließlich freute ich mich natürlich auch, die Kinder und die ganzen Menschen in Tshumbe kennen zu lernen von denen sie uns schon so viel erzählte.

Als wir nach ca. 10 Stunden Flugzeit gegen 21 Uhr in Kinshasa ankamen, wurden wir vom Chauffeur, (den Manuela schon organisiert hat) bereits erwartet.

Ja nun hatten wir mal Mühe, all unsere großen Gepäcksstücke zu verstauen und dabei auch selbst noch einen Platz zu finden.

Wir fuhren durch die  dunkle Stadt ohne jede Beleuchtung.  Menschenmassen am Straßenrand die man kaum erkennen konnte.

Gruppen von Menschen, dabei auch Mütter mit Kindern auf dem Rücken, die, die breite (sechsspurige) Straße  riskant überquerten, das einem das Schaudern über dem Rücken lief.

Untergebracht bei den Klosterschwestern, wo wir uns auch selber mit Essen versorgten, machten wir uns dann am nächsten Morgen gleich auf den Weg um mit den Einkäufen der Baumaterialien. (Eisen, Zement, Blech fürs Dach ,Regenwasserzisternen, Rohre usw.) zu beginnen.

Allein für die Fahrt in diese große Stadt  ( zehn Millionen Einwohner und davon neun Millionen keine Arbeit ) wo es keine Straßenbezeichnungen gab, brauchten wir jeden Tag zwischen ein und zwei Stunden.  Kein Kanalsystem, überall wo man hinsah, Berge von Müll, ein Riesenproblem dieser Stadt.  Man kann dies in Worten eigentlich gar nicht beschreiben, wie schwierig die Situation in Kinshasa tatsächlich ist.

In den sogenannten Firmen, herrschen für die Arbeiter die schwierigsten Bedingungen, für mich war die Arbeitssituation in der Widerverwertungsanlage von Alteisen die schlimmste überhaupt und das für minimalsten Lohn den die Kongolesen erhalten. Inhaber der Firmen sind keine Kongolesen sondern Chinesen, Libanesen , Inder.

Nach einer Woche gingen die ersten Großen Baumaterialien-Einkäufe insgesamt mit über 21 Tonnen zur  Verladung , einzig der Zement wurde direkt vom Transporteur mit dem LKW abgeholt; Eisen ,Blech, Triplexplatten, Farben usw. mussten von den einzelnen Verkaufsstellen zu einem Sammelplatz gebracht werden(Transportmittel war da ein Handkarren mit Autobereifung), da hieß es schieben und schwitzen. Wieder kontrollieren ob auch alles da ist.

Alles sehr mühsam und zeitaufwendig. Zeit und Geduld ist hier sowieso gefragt.

 Ganz zu schweigen von den schwierigen Preisverhandlungen und den vielen Behörden und Ministeriengängen, die Manuela mit großer Nervenstärke gemeistert hat. Auch im tiefsten Dschungel sind die Gesetze einzuhalten und es ist wichtig alle Dokumente beisammen zu haben. Lange bevor unserer Reise hat Manuela schon Projektbeschreibung , Dokumente usw. eingereicht, damit sie jetzt die erforderlichen Dokumente auch erhält.

Dann hatten wir natürlich einige Treffen mit unserem Med. Studenten Jules, erkundigen wie es ihm beim studieren geht und schauen wie er wohnt, welche Probleme gibt es usw. Jules ist sehr ehrgeizig und macht seine Sache gut.

Er hat bei mir einen sehr guten Eindruck hinterlassen.

 Für Manuelas Krankenstation wurde Großeinkauf gemacht, dann noch Rollstuhl für Mama Sofine und weitere viele Kleinigkeiten die jedoch Großes bewirken. Manuela denkt da ja immer an Alles. Unsere Zeit war bis zum letzten Tag ausgefüllt.

 

Als dann nach knapp 3 Wochen Magdalena u. Jil

(unsere beiden Volontärinnen ) in Kinshasa ankamen, ging es am übernächsten Tag weiter mit den Inlandsflug Richtung Lodja.

Dort noch eine Übernachtung ,  am  frühen morgen mit dem Jeep über unwegsames Gelände endlich nach Tshumbe. Milde ausgedrückt, sehr abenteuerlich!

Die Ankunft in Tshumbe  war einfach überwältigend und herzzerreißend zu gleich.Alle haben uns voller Freude mit Tanz, Musik  und vielen Umarmungen empfangen, wie ich es noch nie zuvor erleben durfte.Auch wir tanzten mit .Nachdem ich eine Tanzpause einlegen musste, waren zugleich unser Patenkind Lowolo ,  und viele andere Kinder auf meinem Schoß .Ich fühlte mich wie ein Vater in einer Großfamilie wo alle Kinder schon lange auf mich gewartet haben.Die Mädels hatten auch ihre helle Freude mit den Kindern und strahlten.Wir  waren alle sehr beeindruckt vom ganzen Projekt.  Koordinator Papa Fabien und die Mitarbeiter leisten gute Arbeit, das sah man gleich. Alles liebevoll geschmückt und sauber.

Gleich abends hat Manuela uns schon mal alle eingeteilt und informiert was, wie und wo zu tun ist.So begann ich am nächsten Tag mit sämtlichen Sicherungsarbeiten an Lehmhütten, Zusammenbau von Solarkocher und Fahrrad war ebenso angesagt.Reparatur Solarmatte  usw. alles wurde repariert, wo bisher das Werkzeug dazu fehlte.Auch die Kinder waren  mit Begeisterung dabei und halfen mit, wo sie nur konnten.  In ihren Augen sah man wie glücklich sie waren mir helfen zu dürfen.Auf der Krankenstation wünschten sie sich einen Erste Hilfe Kurs von mir, dem Wunsch kam ich natürlich gerne nach.

Manuela war immer die erste die Früh morgens aufstand,Solarpaneele  angeschlossen hat , Stühle raus brachte das Frühstück machte und den Plan für den Tagesablauf noch einmal durchschaute.

Sie musste oft von ihren Tagesplan  abweichen weil immer wiederMütter oder Väter kamen deren Kind Malaria hatte, oder  Menschen Kilometerweit im Rollstuhl oder zu Fuß kamen und sie um Hilfe jeglicher Art baten.( Versorgung  einer großen Wunde oder Vorbereitung u. Verabreichung von Babynahrung wo die Mutter selber keine Muttermilch mehr geben konnte ) um nur einmal ein paar Bsp. zu nennen.

Dann  wieder eine Besprechung oder Arbeitseinteilung treffen musste , sie ist einfach überall tätig. Elternabend vorbereiten usw. Manchmal hab ich mich schon gefragt, wie sie das alles so schafft in so vielen Bereichen tätig zu sein und nebenbei für alle Sorgen und Nöte noch ein offenes Ohr zu haben.

Magdalena und Jil waren auch sehr fleißig und brachten sich ein wo es nur ging. Wir waren  ein tolles Team. Jeder gab sein Bestes und jeder war glücklich helfen zu können.

 Einige  Lehmhütten wie  Kindergarten, Küche und Übergangsschule haben wir gemeinsam mit einem Bautrupp vor Ort komplett neu aufgebaut.Alles was sie dafür brauchten wurde zu 100% aus Naturmaterialien angefertigt. War für mich auch ganz interessant  dabei zu sein. Ihr einziges Werkzeug was sie dafür benötigten waren Ihre Hände und eine Machete. Die Verbindungen mit den Lianen die Dachkonstruktion mit dem Stroh alles war eine Wissenschaft für sich.  

Als nächstes schleppten dann die Frauen  (teilweise mit ihren  Babys auf den Rücken) Lehm und Wasser herbei.Wasser und Lehm wurde mit den Händen zu einer Masse vermischt und anschließend zwischen den Holzstangen verteilt.

 Ha, da haben die Frauen mal lachen müssen, als ich mit meinem Sparber und Kelle ankam. Letztendlich war hier ihre Methode mit den bloßen Händen, weitaus die bessere.

So gab es doch auch neben der harten Arbeit in sengender Hitze, auch immer wieder mal was zum Lachen.

 Mit dem Tischler Richard  hab ich dann Fensterstöcke , Türen und ein stabiles Eingangstor gemacht. Um gerade Holzteile zu erhalten musste dies erst einmal mit dem Fuchsschwanz zurecht geschnitten werden, ja das kostete Kraft.

Die Zeit bis dann das verschiffte Baumaterial ankam war mehr als ausgefüllt. Auf der anderen Seite warteten wir ja schon lange darauf, damit es endlich mit dem Ziegelbau losgehen kann, aber wir hatten eben so viel anderes zu tun, das es eigentlich auch wieder passte.

Als das gesamte Baumaterial dann ankam, gings aber dann richtig los,  die Zeit war knapp und ich wollte doch noch wenigstens beim Fundament mit dabei sein, was auch ganz wichtig war. Das schwierigste war natürlich wie immer der Beginn des Baus.

Vorab wurde schon gerodet, Umzäunung fertig gestellt  Schotter u. Sand herbei gebracht, Zement eingelagert usw. Ziegellager war auch schon voll (hat Manuela schon im Februar vororganisiert)

Einmessen des Gebäudes, Streifenfundament ausheben,  mit der

Sauberkeitsschicht und dem Fundament begann auch das

Betonieren. Alles ohne maschinelle Hilfe, mühsam und so zeitaufwendig und doch kann man sagen ging alles so flott voran

Am 30. August war dann schon unser Rückflug, die Freude auf zu Hause war groß, aber der Abschied fiel doch schwer. Zumal wir Manuela jetzt alleine vor Ort ließen.

Meine Reise in eine so ganz andere Welt,  möchte ich nicht missen.

Die Genügsamkeit, die Freude das Leid, Die Menschen die ich hier kennen und schätzen gelernt habe. Für mich waren diese 7 Wochen eine Schule fürs Leben und dafür bin ich diesen Menschen unendlich dankbar, man lernt hier die wahren Werte des Lebens wieder zu schätzen

Ich bin stolz auf Manuela und ihr tolles Projekt, das vielen Kindern schon das Leben rettete und  nach so kurzer Zeit schon so eine Entwicklung sichtbar ist, durch ihre unermüdliche Arbeit, im Kongo und in Österreich.  Unter  Verhältnissen die bei uns nicht  vorstellbar sind. Stolz ist Manuela auf  ihr super Team vor Ort. Allen voran Koordinator Papa Fabien der sie mit Rat untd Tat unterstützt und während ihrer Abwesenheit das Projekt hervorragend leitet.

Nach aussen hin erfährt man ja von ihr eigentlich auch immer nur das Schöne was wieder gelungen ist, die Schwierigkeiten die aber überwunden werden müssen bis alles zustande kommt, das erwähnt Manuela eigentlich nie. Sie erfreut sich an dem was wieder geschafft wurde und holt sich daraus wieder neue Kraft und ihr Dank und Lohn ist es in strahlende glückliche Kinderaugen zu sehen. Den Leuten und den Kindern die Gewissheit zu geben. Egal wie hart es ist , ich stehe zu euch, jeder von euch kann auf mich zählen. Ich bin für euch da.

Du lebst deinen Leitspruch im wahrsten Sinne des Wortes.

„Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünscht für diese Welt.“

Danke Manuela das du so bist wie du bist, auch wenn es für uns oft schwer ist dich gehen zu lassen. Wir wissen das was du tust macht Sinn und es ist dein Weg!

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