Volontärsbericht Laura Theunis, 2016

Mein Plan war es für 1 Jahr auf Weltreise zu gehen und während dieser Zeit wollte ich auch gerne für ein soziales Projekt arbeiten, ich musste mich nur noch für eines entscheiden. Von "Zukunft für Tshumbe" hatte ich schon einiges gehört und deshalb habe ich mich dann genauer informiert, das war im März 2016. was mir an diesem Projekt besonders gut gefiel war, dass man nicht dafür zahlen musste, um dort zu arbeiten.
Volontariate sind heutzutage ja sehr begehrt, und es gibt viele Projekte, die dafür aber Geld verlangen. Den Flug und das Visum, usw mussten wir natürlich auch bezahlen, aber vor Ort hatten wir Unterkunft und Essen umsonst. 
Über die DRK wusste ich vorher eigentlich fast gar nichts, habe mir dann aber vor der Abreise ein Buch von Manuela darüber ausgeliehen, damit ich einen kleinen Einblick bekomme.
 
Petra und ich trafen uns dann zweimal mit Manuela vor unserer Abreise und wir waren auch ständig in Kontakt um Organisatorisches abzuklären. 
 
Vor der Reise bekamen wir auch noch von Manuela Unterlagen bzw Fragen, die uns helfen würden um Unterlagen für die Zeit in Tshumbe vorzubereiten. Es war schwer für mich zu wissen, was ich vorbereiten sollte, weil man die Situation vor Ort nicht genau kennt, aber Magdalena (Volontärin von 2015) und Manuela haben so gut wie möglich versucht uns darauf vorzubereiten.
 
Am 15. Juli, 2016 traf ich Petra am Flughafen von Istanbul und gemeinsam ging es dann nach Kinshasa. Es wurde schnell klar, dass die DRK kein Urlaubsziel war, denn es waren nur sehr wenige Menschen im Flieger. 
 
Am Flughafen von Kinshasa konnte man auch gleich sehen, dass wir nun nicht mehr im behüteten Europa waren, sondern in Afrika, einem Teil der Erde, wo die Dinge ganz anders laufen. Ich war sehr froh, dass Manuela uns mit einem Auto und Fahrer vom Flughafen abholte. Wir fuhren in die Unterkunft und am nächsten Morgen gings dann mit 2 Inlandsflügen weiter nach Lodja. 
In Lodja blieben wir eine Nacht und am nächsten Tag gings dann am Nachmittag mit dem Auto weiter nach Tshumbe. Manuela war in Lodja schon sehr bekannt. Die Leute grüssten sie und redeten mit ihr. 
Die Ankunft in Tshumbe war einmalig! Die Menschen versammelten sich am Kindergartengelände und feierten sie, wie einen Superstar, es wurde getanzt und musiziert, es war der helle Wahnsinn! Auch Petra und ich wurden sehr, sehr herzlich aufgenommen. Wir tanzten und innerhalb von 1 Minute hatten wir alle mindestens 3 Kinder an einer Hand. Sie wollten gehalten werden und freuten sich sehr, dass wir da waren.
 
Petra und ich verbrachten die erste Woche damit, am Vormittag zu hospitieren und den 2 Lehrerinnen beim Unterrichten zuzusehen, am Nachmittag machten wir dann immer eine Nachbesprechung des Vormittags und dann im Anschluss daran fand so etwas wie eine Fortbildung statt. Da Petra Volksschullehrerin ist, kennt sie sich sehr gut mit dem Stoff aus. Den Stoff haben wir dann durchbesprochen und den Lehrerinnen gezeigt, wie sie ihn didaktisch aufbereiten können, damit er kindgerecht ist. 
 
Während unserer zweiten Woche in Tshumbe haben wir dann Vormittag und Nachmittag nur Fortbildung mit den Lehrerinnen gemacht, es fand kein Unterricht für die Kinder statt. Die Nachbarskinder waren aber immer in unserer Nähe, das war sehr praktisch, weil wir den Lehrerinnen oft Spiele beigebracht haben, und um diese zu demonstrieren brauchten wir die Kinder. In der zweiten Woche kam auch noch eine dritte Lehrerin dazu, weil es im Herbst mit einer neuen Klasse los geht. 
 
Die dritte Woche gestalteten wir gleich, wie die erste Woche: am Vormittag war regulärer Unterricht und am Nachmittag unterrichteten wir die Lehrerinnen. Wir versuchten ihnen so viele Methoden, wie nur möglich beizubringen, mit Rücksicht auf die vorhandenen Materialien und Ressourcen, denn man ist hier definitiv limitiert and Möglichkeiten. Es war in der dritten Woche sehr schön zu sehen, wie die Lehrerinnen unsere Methoden in die Realität umsetzen konnten. 
 
In der letzten Woche hatten wir noch 4 Tage mit den Lehrerinnen, es fand kein Unterricht statt mit den Kindern. Wir besprachen nochmal alles, was wir bis jetzt geübt hatten und stellten auch Stundenpläne und Jahresplanungen für das neue Schuljahr zusammen. Darüber haben sich die Lehrerinnen enorm gefreut! 
 
Abgesehen von der Fortbildung mit den Lehrerinnen und der Arbeit in der Klasse, haben Petra und ich versucht Manuela noch in anderen Beteichen zu unterstützen. Wir haben Patengeschenke ausgetragen, was nicht immer so leicht war, weil wir oft nicht wussten, wo die Kinder wohnen, aber dabei haben uns dann unsere lieben Nachbarskinder geholfen! 
Petra und ich waren auch zweimal am Markt einkaufen. Das war sehr aufregend und etwas chaotisch, aber auf jeden Fall eine Erfahrung wert. 
 
Sonntags sind wir immer alle gemeinsam zum Markt gegangen oder mit dem Fahrrad gefahren. Dort haben wir Obst, Gemüse, Reis und Patengeschenke gekauft. Einmal sind wir auch in die Kirche gegangen und ein anderes mal waren wir bei einer Begräbnisfeier (ganz anders als bei uns) eingeladen. 
 
In diesem Monat im Kongo ist einfach so viel passiert, man könnte ein Buch darüber schreiben. Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen und wo aufhören soll. Alles ist anders, als man von zu Hause gewöhnt ist. Kochen dauert sehr lange, weil man muss selber Feuer machen und dort kochen. Wasser muss man abkochen, bevor man es trinken kann. Frisches Wasser muss man von der Quelle holen, das dauert auch mindestens eine halbe Stunde. 
Die Menschen sind sehr arm und freuen sich über viele Dinge! Die Kinder lieben Spielzeug und wenn man sich mit ihnen hinsetzt und ein Bilderbuch anschaut. Alle sind sehr herzlich und Manuela ist in ganz Tshumbe bekannt und Jobs bei ihr sind sehr begehrt. 
Die Armut dort ist sehr gross und trotz allem sind die Menschen gut gelaunt und herzlich. 
 
Manchmal kann das Reisen im Kongo sehr schwierig und anstrengend sein, das haben Petra und ich bei der Einreise, aber vor allem bei der Ausreise am eigenen Leibe erfahren, aber wenn man dann sieht, wie sehr sich die Menschen in Tshumbe freuen, dass man ihnen hilft und mit ihnen arbeitet, sind die Strapazen einer mühsamen Reise schnell vergessen. 
 
Es ist sehr beeindruckend, was Manuela dort auf die Beine gestellt hat und ich hoffe es kommen auch in den nächsten Jahren immer wieder Volontäre dort hin und können helfen, die Situation noch weiter zu verbessern! 
Für mich war es eine wirklich interessante Erfahrung, nicht immer leicht, aber auf jeden Fall unverzichtbar! 
Ich wünsche dir nur das Beste für dein Projekt, Manuela, und vielen Dank für alles! Du bist mit Herz und Seele im Kongo und das ist wirklich faszinierend. 

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