Tshumbe

Einzigartiges Tshumbe:

Wenn man nach Tshumbe will, muss man schon einmal da gewesen sein oder mit jemanden dort hinreisen, der schon einmal da war, ansonsten wird die schon schwierige Reise noch komplizierter. Da das größere Dorf inmitten des Kongos liegt und der Kongo schon allein so groß ist wie ganz Westeuropa, dauert die Reise einige Zeit. Wenn man dann aber schlussendlich angekommen ist, dann erwartet jeden eine unglaubliche Begüßung, die man das ganze Leben nie vergessen wird. Diese Lebenslust und Lebensfreude, die die Menschen von Tshumbe und der Umgebung nicht nur ausstrahlen, sondern auch haben ist unübersehbar und man wird von Anfang an davon mitgerissen. Tanz und Gesang gehören zum alltäglichen Leben, zur Arbeit und zum Unterricht einfach dazu und das finden wir wunderschön. Est ist auch wundervoll zu sehen und mitzuerleben, wie sehr sich jeder um den Anderen kümmert, auch wenn es das erste Mal ist, dass man jemanden sieht, wird er behandelt wie ein Familienmitglied, das gilt für Leute aus Tshumbe und für Besucher aus Österreich und Umgebung. Jede Frau hat dabei die verantwortungsvolle Aufgabe Mutter zu sein, nicht nur für ihre "eigenen" Kinder, sondern auch für alle Kinder, die sie gerade um sich hat. Es ist normal jedes Kind wie sein eigenes zu beschützen und um sich zu kümmern. Deshalb leben auch die Waisenkinder alle bei jemanden, der ihre Familie darstellt, auch wenn es die Nachbarin ist, die das Kind oder die Kinder aufgenommen hat, sie wird automatisch zur Mutter der Kinder und die Kinder zu ihren Kindern. Also wird jeder zur Mama und jeder zum Papa, da ist es für uns manchmal nicht so einfach die Familienverhältnisse aus unserer westlichen Sicht herauszusehen, auch Cousinen und Cousins  oder Freunde sind Brüder und Schwestern. Darum bitten wir auch um Verständnis falls es zu Änderungen aus unserer Sicht bei den Familienverhältnissen kommt. (Da wir beispielsweise zu Beginn meinen, dass eine best. Frau die Mutter ist- jedoch finden wir später heraus, dass sie die Tante [aus westl. Sicht] ist) Aber natürlich für sie die Mutter und das respektieren wir und wir bemühen uns so viel wie möglich aus ihrer Lebensgestaltung zu lernen und sie zu verstehen.

Herausforderungen in Tshumbe:

In Tshumbe gibt es kein fließendes Wasser, nicht einmal einen Brunnen, denn es liegt wirklich sehr abgelegen. Als Trinkwasser wird Regenwasser oder Flusswasser verwendet, das ohne richtiges Abkochen viele Parasiten und somit Krankheit enthält. Strom besitzt Tshumbe keinen, sobald die Sonne untergeht ist es stockdunkel und die Menschen gewöhnen sich an diese Dunkelheit. Generell hat dieses Dorf keine gute Infrastruktur, die Straßen sind aus Sand, Autos gibt es sowieso nur wenige, sich fortbewegt wird zu Fuß oder mit dem Fahrrad, Post und Bank sind natürlich nicht vorhanden. Für Lebensmittel und sonstige Kleinigkeiten gibt es einen Markt in der Dorfmitte, an dem die Leute ihre Sachen verkaufen und kaufen können. Mit der Bildung sieht es
schlecht aus, Schulen brechen zusammen und die 60 Schüler sitzen zusammengedrängt in einer kleinen Lehmhütte auf dem Boden. Selbst die Lehrer sind nicht gut ausgebildet und der Lohn vom Staat kommt nur selten an. Tshumbe liegt in den Tropen und im zweitgrößten Dschungel der Erde, somit gibt es auch viele fatale und tödliche Krankheiten, speziell in den Übergangsphasen von Regen- und Trockenzeit. Die häufigsten Krankheiten sind Malaria, Parasiten, wie Amöben und Lamblien, die Schlafkrankheit, Grippe, Gelbfieber, Anämie, Augenleiden und verschiedene Leberkrankheiten. Am Öftesten sind immer die
Kinder betroffen, denn ihr Immunsystem ist noch nicht so stark.

Wie leben die Menschen in Tshumbe?

Die Einwohner arbeiten, um den Tag zu überleben und um ihre Familie durch zu bringen. Die Aufgabe der Frauen ist es auf das Feld zur Ernte zu gehen und Nahrung ins Haus zu bringen. Die Männer sind für die Jagd zuständig und hoffen bei einem Fleischverkauf auf Gled, um ihre Kinder in die Schule schicken zu können. Die Kinder gehen teilweise alleine, teilweise mit ihren
Müttern zum Fluss, um Wasser zu holen und in den Wald, um Feuerholz zu sammeln. Aufgestanden wird schon um 05.00 Uhr morgens und von da an wird gearbeitet. Gearbeitet in bis zu 45 Grad Celicus und bis zu 90 % Luftfeuchtigkeit, das natürlich alles noch einmal erschwert.

Was wird verspeißt?

Gegessen wird meist einmal am Tag und das vom Topf heraus direkt mit den Händen, Geschirr können sich nur wenige leisten. Da den Menschen noch viel Wissen fehlt, was ihr Körper braucht, essen sie jeden Tag das Gleiche und das ist vor allem Reis mit Djesse (gestampfte Maniokblätter) mit Palmöl. Doch auch Maniokemehl von der Maniokewurzel wird selbst hergestellt und verspeißt. Jedoch gibt es auch Maismehl, Bohnen, Eier und viele Früchte, wie Ananas, Tomaten, Orangen, Zitronen, Papayas, Mangos, Maracujas, Grapefruit, Bananen, Kochbananen, Aubergine, Zwiebel, Avocados, Zuckerrohr und weitere exotische Früchte. Fisch wird vom Fluss oder vom Teich gefischt und mit Kopf und Gräten verzehrt. Fleisch gibt es nur selten oder gar nie, denn es ist sehr teuer. Vorhanden ist jedoch Huhn, Ziege, (Art von) Bieber, Antilope, Affe, Wildschwein, Schlange, Ratten und kleine Vögel. Als absolute Spezialitäten und Proteinlieferanten dienen Palmenmaden (Palmrüssler), Zikaden und Heuschrecken, fliegende Termiten, Käfer, sowie noch weitere Insekten.

Wo liegen unsere Projekte?

Unsere Projekte von Zukunft für Tshumbe liegen am Ortsrand von Tshumbe und schonam Anfang der nächsten kleinen Ortschaft, die aber im Grunde als Teil von Tshumbe gezählt wird. Dort haben wir 4,5 Ha Land erworben auf denen unsere Projekte gebaut sind. Dieser Ortsteil heißt Okitawongo und ist angrenzend an Wimbe, im Prinzip liegen wir genau an der Grenze. Da befindet sich auch die Bezirksgrenze und wir sind eines der ersten Grundstücke des Bezirks Katako Kombe. Beim Kauf unseres Großgrundes war weit und breit noch keine Hütte zu sehen, innerhalb eines Jahres war fast alles verbaut mit Lehmhütten, da die Projekte viele Leute anlocken und sie in der Nähe von uns wohnen möchten. Warum? Jobmöglichkeiten und Nähe zu unseren Bildungseinrichtungen für ihre Kinder.

 

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