Biodiesel für die gesamte Region, August 2019

Die Demokratische Republik Kongo wäre eines der reichsten Länder unserer Erde - es ist das rohstoffreichste Land der Welt, hat den zweitgrößten Regenwald und könnte mit dem Kongofluss allein schon ganz Afrika mit Strom versorgen. 

Leider wird der Kongo seit Jahrhunderten nur ausgebeutet, die Einwohner sehen nichts von diesem Reichtum, sondern gehören zu den ärmsten Menschen dieser Welt. Kongo ist ein 5. Welt Land, indem die Menschen nicht einmal einen Dollar pro Tag verdienen. 

Was mir im Kongo aufgefallen ist, dass es keine lokalen Produkte gibt. Beispielsweise in den Supermärkten in der Hauptstadt Kinshasa gibt es fast keine Produkte, die nicht aus Frankreich oder Belgien kommen. Von Mehl begonnen bis zu Käse, Joghurt, Hühnerfleisch, Milch und noch viel mehr. Im Osten vom Kongo gibt es die Quinine Pflanze, aus der man Malaria-Medikamente herstellen kann, jedoch wird dieses Medikament nicht im Kongo hergestellt. Sondern die Pflanze wird nach Asien exportiert, dort zum Medikament verarbeitet und dann fertig verpackt zurück in den Kongo importiert und dort verkauft. All dies zerstört die lokale Wirtschaft bzw. macht diese unmöglich. 

Kerby kennt sich in diesem Bereich sehr gut aus und hat in den letzten Jahren daran gearbeitet ein lokales Produkt direkt in Tshumbe herzustellen, damit die Wirtschaft vor Ort angetrieben wird und wir eine sogenannte Autofinanzierung unserer Projekte vor Ort haben, also nicht immer auf Spenden in Österreich angewiesen sind. Nachdem er seine gesamten Ersparnisse und jeden Monatslohn in Tshumbe gesteckt hat, hat er es endlich geschafft lokal Biodiesel herzustellen. Diesen will er in Tshumbe billiger verkaufen als den importierten Diesel aus Asien. Durch die Herstellung erhalten viele Menschen einen Job und Einkommen und wir erhalten durch den Verkauf die Möglichkeit unsere eigene Familie und unsere Projekte in Tshumbe direkt vor Ort zu erhalten. 

Kurz gefasst:

LOKALES PRODUKT - LOKALE HERSTELLUNG - LOKALER PROFIT

Nun arbeitet Kerby daran seine Firma organisatorisch und logistisch gut aufzustellen, damit er bei unserer nächsten Reise mit der Herstellung und dem Verkauf starten kann. Der Biodiesel wird dann in der gesamten Provinz verkauft.

Ich bin froh einen Mann zu haben, der all die Schwierigkeiten in Tshumbe mit mir mitmacht und auch selbst versucht seinen Beitrag zur Entwicklung dieser Region zu leisten! :)

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