In tiefer Trauer um unsere Kinder, Februar 2019

Am 27. Februar um 05.00 Uhr früh erhielt ich einen Anruf von Papa Fabien in Tshumbe. Er sagte, dass etwas Schlimmes passiert sei in der Nacht: Moyise und Shako wurden vom Blitz getroffen uns sind gestorben. Ich war komplett schockiert und musste sofort weinen. Ich konnte es einfach nicht fassen. Wieso nur? Wieso?

In der Nacht war wieder ein schlimmes Gewitter in Tshumbe ausgebrochen und der Blitz traf die Lehmhütte von Moyise und Shako. Die Lehmhütte hatten wir gerade im Sommer neu gebaut und sogar ein Grundstück für sie gekauft, das beides die Paten von Moyise finanziert haben, nachdem die Familie jahrelang ein zerstörte Lehmhütte hatten oder oft sogar draußen schlafen mussten. 

Und nun traf der Blitz die Hütte und alle drei Kinder, die im selben Bett schliefen. Shako (4 Jahre), Moyise (7 Jahre) und ihren Cousin (18 Jahre). Die Oma, Mama Dita, die auch bei uns als Hilfsgärtnerin angestellt ist, wachte in der Nacht auf, als sie den extrem lauten Schlag des Blitzes hörte. Sofort sah sie, wie schon das Dach der Hütte zu brennen begann und rannte zum Schlafplatz der Kinder. Sie versuchte sie zu wecken, rüttelte und schüttelte sie, aber keiner wachte auf. Nicht nur all ihre Enkel verlor sie, sondern auch ihre Tochter, die Mutter von Shako und Moyise, die eine schwere geistige Behinderung hat, war auch in der Hütte, wurde aber nicht vom Blitz getroffen, doch die Oma musste sie aus der brennenden Hütte raustragen. 

Die Oma schrie um Hilfe bei den Nachbarn, doch die meisten konnten sie während des zerstörenden Gewitters nicht hören. Diejenigen, die sie hörten trauten sich selbst nicht aus ihrer Hütte heraus, da das Gewitter direkt über ihnen tobte. 

Kurze Zeit später wurden weitere drei Kinder, es waren Drillinge, in einem anderen Ortsteil von Tshumbe vom Blitz tödlich getroffen. Also in einer Nacht mussten sechs Kinder daran sterben. 

In der Früh kamen unsere MitarbeiterInnen und hörten von dem schlimmen Ereignis, keiner konnte es fassen und alle trauerten sehr um die Kinder. Es ist ein schwerer Schlag für uns alle. Ich denke andauernd an die beiden Jungen, wie sie waren, wie ich mit ihnen spielte, sie mir Geschichten erzählten und so lebensfroh waren. Ich kann es einfach nicht glauben, dass sie plötzlich nicht mehr da sind.

Am nächsten Morgen erhielt ich einen Brief von Papa Fabien und einen zweiten von all unseren MitarbeiterInnen, wo alle unterschrieben. Als ich ihn las, brach ich wieder in Tränen aus, einfach so traurig und so unglaublich, wie sehr sie sich alle um mich kümmern und so selbstlos sind.

In dem Brief baten die MitarbeiterInnen mich, dass ich erst zur Ende der Regenzeit nach Tshumbe kommen soll, da sie es nicht verkraften würden, wenn mir etwas zustoßen würde. Zukunft für Tshumbe liegt in meinen Händen und daran hängt ihr aller Leben. Außerdem baten sie mich und den ganzen Verein in Österreich um Blitzableiter für unsere Projekte und Tshumbe zu schauen.

Ich werde alles tun um Blitzableiter nach Tshumbe zu bringen! Ich will, dass die Menschen dort sicher sind!

 

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