Jil zum zweiten Mal als Volontärin in Tshumbe, August 2018

Eine freudige Nachricht erhielt ich Anfang Sommer: Jil Streber, die gemeinsam mit mir in Wien Kultur- und Sozialanthropologie studiert hatte, wolle wieder (nun schon zum zweiten Mal) nach Tshumbe kommen. Das freute mich sehr! Sie musste beruflich in den Kongo, da sie inzwischen für eine luxemburgerische NGO arbeitet, die auch ein paar Projekte im Kongo finanziert hatten und diese Projekte solle sie besichtigen. Deshalb nutze sie die Möglichkeit und nahm sich vor ihrer Arbeitsreise noch zwei Wochen frei um für diese Zeit kurz bei uns in Tshumbe vorbei zu schauen.

Für sie organisierte ich, dass sie gemeinsam mit Mama Cheda (sie ist eine super Schneiderin aus Kinshasa) nach Tshumbe reist, damit sie die schwierige und hektische Flugreise nicht allein überstehen muss. In Lodja holte ich sie dann mit dem Auto ab, das ist nun sehr praktisch für uns, da wir den Toyota Landcruiser von meinem Mann sehr viel benutzen (jedoch wäre ein Auto für die Organisation selbst noch praktischer) 

Mama Cheda blieb drei Wochen und gab in dieser Zeit Fortbildungen in unserer Nähwerkstätte von der unsere Schneiderinnen von Tshumbe extrem profitierten. Mama Cheda ist selbst Kongolesin und weiß deshalb am Besten wie sie den jungen Mädels im Kongo das Handwerk gut beibringen kann, außerdem kennt sie sich perfekt mit den Nähmaschinen aus, die ohne Strom funktionieren - mit Fußpedal oder Handkurbel. Ich bin unheimlich froh, dass sie hier war, denn sie hat unsere Projekte sehr bereichert und nun sind unsere Schneiderinnen bestens ausgebildet und können sogar traditionell Tiroler "Dirndl" nähen oder Bettüberzüge mit exakten Maßen. Ich freue mich schon, diese am Basar in Österreich zu verkaufen.

Jil war auch eine große Hilfe für mich und es war außerdem eine schöne Abwechslung mal wieder ein bisschen Gesellschaft im Haus zu haben. Sie machte kleine Fortbildungen in Schule und Kindergarten, vor allem über vorhandene und neue Bücher, die sie mitbrachte. Denn in Tshumbe ist das nicht so wie in Österreich, dass jede Lehrperson gleich jedes Buch nach einmal durchblättern versteht. Da die Menschen hier ohne Bücher aufgewachsen sind, ist es wichtig ihnen jedes einzelne Buch nahe zu bringen und ihnen zu zeigen, wie sie diese an die Kinder bringen können. Der zweite Aufgabenbereich waren gemeinsame Hausbesuche bei den Kindern gemeinsam mit mir und einem unserer Mitarbeiter Papa Shala (der übrigens eine unbeschreiblich gutherzige, respektvolle und vertrauenswürdige Person ist). Jedes Jahr stehen Hausbesuche an, gemeinsam mit dem Verteilen von Patengeschenken und den Patenbriefen. Dies ist eine immense Arbeit, da jedes Kind zu Fuß oder mit dem Rad besucht wird und jedes Geschenk, sowie jedes Foto der PatInnen oder Brief genauestens erklärt wird. Außerdem ist mir auch ganz besonders wichtig die Lebenssituation des jeweiligen Kindes zu überprüfen und einen Blick in die Hütte zu werfen. Den dritten Aufgabenbereich für Jil hatte ich nicht genau definiert, denn hier gab ich ihr Arbeit und kleine Aufgaben die gerade anstanden und für die ich keine Zeit hatte, wie beispielsweise Uniformen kontrollieren und vorbereiten für das kommende Kindergarten- und Schuljahr.

Jil durfte sogar einen großen Teil der Hochzeit von Papa Fabien und Mama Aloki miterleben, bevor dann plötzlich ein Flieger in Tshumbe landete und wir die Chance ergriffen und sie damit nach Kinshasa flog. Das war ziemlich hektisch und turbulent: direkt vor das Flugzeug habe ich sie mit dem Auto gefahren, Koffer reingeworfen und Jil reingestopft, dann sind die Türen zugegagen und der kleine Flieger flieg los. Gott sei Dank ist sie heil in Kinshasa angekommen. 

Liebe Jil und liebe Mama Cheda, ich bedanke mich ganz herzlich im Namen all unserer MitarbeiterInnen in Tshumbe sowohl auch im Namen unseres Teams in Österreich. Ihr habt unsere Projekte sehr bereichert und wir freuen uns euch jederzeit wieder bei uns begrüßen zu dürfen!

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