Laudatorin bei Jungbürgerfeier in Going, November 2018

Als mich Eva Friedl vom Kulturausschuss Going am Wilden Kaiser schon im Frühjahr anschrieb, fühlte ich mich sehr geehrt, dass sie gerne mich als Rednerin bei der nächsten Jungbürgerfeier haben wollten. Natürlich sagte ich zu und freute mich sehr darauf.

Die Feier war sehr gut organisiert, alle Teilnehmer waren/sind sehr freundlich und ich wurde noch stolzer eine Goingerin zu sein. Stolz, dass ich aus einem kleinen, wunderschönen Ort am Wilden Kaiser komme, in dem es so viel unglaublich freundliche, hart arbeitende und großzügige Menschen gibt. 

In meiner Rede erzählte ich von meinen eigenen Erfahrungen und Hindernissen und gab dann den jungen Bürgern und Bürgerinnen fünf Punkte mit auf ihrem Weg:

1) Glaub an di selbst! Glab dru, dass du des schoffn kust. Wenn du ebbas nid schoffn kunnst, donn datst dia a gor nid so vui Gedanken drüber mochen. Hea nid auf ondare, de dia sogn, du schoffst des sowieso nid oda dia ondarer Meinung send wia du. Des hoast nid, dass du ondare Leit und eana Meinungen nid respektieren soidst und drüber nochdenken soidst, owa du soidst immer dru denken – du host lei oa Leben und do, find i, soidst glücklich sei, wos doa, wos die zum Strahlen bring. Und moch nid lei des wos aofoch is, sondern trau di wos, trau di wos ondas zmochen wia oi ondan! Hob Ideen und sei kreativ!

2) Geh deiner Leidenschaft noch! Nutze deine Talente und moch wos draus. Lern immer weiter, bleib nid stehen und hea nid auf. Moch des, wos die glücklich mocht, worüber du Tag und Nacht reden kust, wos du jeden vazoin wuist. Lieb des wos du duast. Steh auf und gfrei di auf den Tog, weil du kust des doa wovon du immer scho geträumt host. Es zoit des wos in deim Herzen is!

3) Trau di! Hea auf davu zredn und duas oafoch, probiers! Die Situation verändert si nid vo selbst, die Welt wird nid besser, wenn ma nur davu red. Red nid nur, sondern plane und moch’s! Setz dir kloane Ziele, a Traum ohne a Ziel bleib owei lei a Traum. Setz dir Ziele für die Zukunft, fürs kommende Johr, fürs naxte Monat, für de Woch und setz dir a Ziel für jeden Tog und setz dia Ziele a um. Wenn bei mir im Kongo wieder moi a unterernährtes Baby brocht wead, wos nur mehr Haut und Knochen is, donn hob i koa Zeit zum nochdenken oder rean oder drüber reden – wos moch i etz – i laff los und moch, i dua ois, damit des Baby überlebt. Und durch des gonze Leid, de Armut, de Schicksalsschläge bin i inzwischen scho sehr abgehärtet worn.

4) Respektier ondare, helf ondare und orweit mit de Leit zomm! Nur gemeinsom kust du vui erreichen! Red nid schlecht über ondare, wenn du nid woast, wos se durchmochn und nid in eana Haut steckst. Denk positiv und schätz die Hilfe de deine Mitmenschen dir geben. Behandle deine Mitmenschen so wia du a gern behondelt werden wuist. Egal wer se send, welche Orweit se homb oder woher se kemand. Vui Leit frogn mi: „Manuela, wieso funktionieren deine Projekte – is gib jo so vui Projekte wos nid funktionieren, de Leit mochn nid mit oda heand auf zum orweiten.“ Und darüber hob i desmoi wia i wieder in Tshumbe wor nochdocht und realisiert, dass alles so guad funktioniert, weil mia a guads Team send. In Tshumbe send meine Mitarbeiter und i a große Familie – des is nid nur a Arbeitsverbindung, sondern vor allem a menschliche Verbindung. I bin für se do, wenn se Eheprobleme homb oder eana Kind stirb, se homb mit mir gread wia mei Bruder an Unfoi kob hot und mia lochn und tonzen wenn ma glücklich send. I los eana zua und deshoib losn a se mia zua. Und a in Österreich unterstützt mi vor allem mei Familie, mia hoitn zomm und send a Team, deshoib funktioniert’s so guad.

5) Gib niemals auf! Die meisten Menschen leben eana Traum nid weil’s Angst homb vorm versogn und vor de gonzn Schwierigkeiten. Weil se Fehler mochn und moanand etz geht’s nimmer weiter. Owa jeder mocht Fehler, es werd nia oafoch sei, du muasst hort dafür orweiten, diszipliniert sei und immer weiter mochen. De Menschen, de große Erfolge homb und Unglaubliches gschofft homb, homb des nid gschofft, weil se nia Fehler gmocht hob, sondern weil se nochdem se an Fehler gmocht homb oder nochdem ebas nid klop hot, des nomoi vasuacht homb und nomoi und nomoi und Aufgeben nia zur Debatte gstondn is. A bei mir is vui passiert und i hätt noch oana Woch scho aufgeben kena, owa i hob weiter gmocht, i woit weiter mochen. Also hob i des a du , steh auf, versuchs no amoi und gib die Hoffnung nia auf!

Vielen Dank an die Gemeinde Going am Wilden Kaiser, die mir die Möglichkeit gegeben hat den jungen BürgerInnen etwas aus meiner Erfahrung mitzugeben und sie zu motivieren ihre Träume zu verwirklichen, egal wie schwer erreichen sie zu scheinen mögen!

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