Über 160 Hausbesuche bei den Kindern abgeschlossen, September 2018

Völlig erschöpft schloss ich in der ersten Septemberwoche mit den Hausbesuchen bei den Kindern ab. Über 160 Kinder besuchte ich dieses Jahr zu Hause. Das ist eine immense Arbeit, denn alle Kinder muss ich zu Fuß oder mit dem Fahrrad besuchen und das in sengender Hitze oder strömenden Regen. Obwohl es doch ein riesiger Aufwand ist, liebe ich diese Arbeit und es ist mir persönlich und für unsere Projekte extrem wichtig.

Ich sehe es als große Verantwortung unseren Paten, Spendern und Sponsoren zu zeigen was mit ihrem Spendengeld geschieht und dies so gut wie möglich zu nutzen. Auch dieses Jahr haben die Paten wieder zusätzlich gespendet für ein paar Geschenke für ihre Patenkinder, dies geben wir in einen Topf und kaufen dann für alle Kinder dasselbe, damit alle gleich behandelt werden. Die Einkäufe machte ich gemeinsam mit Magdalena im März und April und allein schon das ist ein großer Aufwand. Denn in Tshumbe gibt es kein Geschäft, wo man hinein gehen kann und alles findet was man sucht. Nein, hier gibt es nur einen kleinen Markt mit vielen kleinen Ständchen und um 165 paar Schuhe oder Löffel oder Becher zu finden - das dauert. Bei einem Ständchen findet man zehn Löffel zwei paar Schuhe und acht Teller, beim anderen drei Unterhosen und 11 paar Schuhe, beim anderen nur 15 Bälle usw. So klappert man wöchentlich den gesamten Markt ab und transport immer ein bisschen mit dem Fahrrad nach Hause. Auch das mit den Rechnungen ist im Kongo ja generell ein Problem, so was wie Rechnungen gibt es hier ja nicht. Da brauch ich eine Stunde um eine Rechnung zu bekommen und fünf Minuten für den Einkauf, aber das mit den Rechnungen erklär ich ein anderes Mal, denn das würde jetzt zu lange dauern.

Beim Austeilen wird jedes Kind daheim besucht, dabei werden die Patengeschenke ausgeteilt, die nun wie folgt waren: 1 paar Schuhe, 1 Becher, 1 Teller, 1 Löffel, 1 Seife, 1 Zahnbürste, 1 Zahnpasta, 2 Unterhosen, 1 Haarkamm, 1 Ball zum spielen, 1 Heft, 1 Bleistift und Kleidung für das Kind. Das sind alles sehr wichtige Dinge, die die Familien und Kinder dringend benötigen. Dabei erkläre ich immer jedes einzelne Ding und wofür und wie es verwendet werden soll. Auch den Patenbrief für das Kind lese ich vor, erkläre, zeige die Fotos und erkläre das Leben der Pateneltern in Europa. Danach wird das Grundstück und die Hütte besichtigt, dabei schaue ich ob ein Moskitonetz vorhanden ist, in welchem Zustand die Hütte und vor allem das Dach sind, ob ein paar "Basics" der Küche vorhanden sind (wie Kochtöpfe und Wasserkanister), ob das Kind auf einen halbwegs normalen Bett (in Tshumbe ist das ein Bambusbett mit einer Bananenblattmatte) schläft, ob es sauber ist, ob die Familie etwas am Grundstück an Lebensmittel anbaut, ob etwas in der Familie geschehen ist (wie der Tod eines Kindes zum Beispiel) usw. 

Während der zwei Wochen in der Jil in Tshumbe war, half sie mir viel mit dem gemeinsamen Austeilen, so ging es ein bisschen schneller, doch schon davor und nachdem sie abgereist ist machte ich die Besuche weiter gemeinsam mit einem unserer Mitarbeiter: Papa Shala, der unheimlich liebevoll, respektvoll und vertrauenswürdig ist, dank ihm schaffte ich auch alle Besuche, da er mir beim Austeilen und Erklären, sowie auch beim Transportieren aller Geschenke half. So fuhren wir täglich mit einem großen Koffer auf dem Gepäcksträger durch ganz Tshumbe.

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