Unser Koordinator feiert seine Hochzeit, August 2018

Lange herbeigesehnt, endlich vollbracht. Papa Fabien und Mama Aloki haben das Sakrament der Ehe abgeschlossen. Die beiden kenne ich schon von meiner ersten Reise nach Tshumbe - schon von Beginn an lernte ich sie kennen und lieben. Für mich sind die beiden mit ihren Kindern, wie meine eigene Familie, deshalb freue ich mich umso mehr, dass sie nun ihren lang ersehnten Wunsch erfüllen konnten, denn dafür hatten sie lange zusammengespart.

Papa Fabien musste zuerst noch mit dem Brautgift abschließen: in Tshumbe muss der Mann an die Familie der Frau viele Geschenke und Geld geben, damit er das Recht erhält die Frau zu heiraten. Die Eltern von Mama Aloki fragten nach Kleidung, Schuhen, Lebensmitteln, Kochutensilien, Geld usw. das Papa Fabien hart zusammengespart hatte. Obwohl die beiden schon über 15 Jahre zusammen sind, werden sie erst jetzt offiziell als Ehefrau und Ehemann angesehen. 

Die Hochzeit war ein Hit und mit Sicherheit eines der größten Feste des Jahres in ganz Tshumbe! Schon am Abend davor schmückten meine Wächter unser Auto (der Landcruiser von Kerby) mit Blumen und Palmzweigen und wir fuhren mit lauter Musik und Hochzeitsstimmung durch das Dorf um sozusagen "Werbung" für die Hochzeit zu machen. Am Hochzeitstag selbst fuhr ich mit Jil zu den beiden und fuhr sie zur Kirche. Die Messe war wunderschön, denn es wurden viele afrikanische Lieder gesungen und enorm getanzt. Hier ist alles bunt und fröhlich und alle jubeln und tanzen. Sogar Papa Fabien sang ein Solostück in der Kirche, das alle positiv überraschte und aus den Federn hauen lies. Nachdem wir ein paar Runden durch Tshumbe gedreht hatten brachte ich sie mit dem Auto nach Hause, wo schon die Feier auf sie wartete. (Das war einmal schön nicht arbeiten zu müssen und einmal einen Sonntag frei - naja, halbwegs frei - zu haben und gemeinsam mit den Menschen zu feiern)

Leider kam wieder viel Organisationsarbeit dazwischen, da wir plötzlich erfuhren, dass ein Flugzeug in Tshumbe gelandet ist und da ich am Abend Jil nach Lodja bringen wollte (150 km von hier - ca 4 Stunden holprige Fahrt) nahmen wir diese Chance entgegen und brausten zum örtlichen Flughafen (wenn man das zerfallene Haus ohne Fenster und Türen und die Landebahn, die nur eine kleine Sandstraße ist, die nicht einmal umzäunt ist - Flughafen nennen kann). Als wir ausstiegen waren schon hunderte Menschen um den Flieger umzingelt, sogar Kleinkinder kamen so nah, dass sie die Reifen anfassten. Den "weißen" Piloten fragten wir ob dieser Flieger nach Kinshasa fliegt, doch der konnte kein richtiges Wort aus sich herausbringen, denn er war stock betrunken. Doch der zweite "weiße" Pilot war noch bei Fassung und bestätigte uns, da das Ticket schon bezahlt wurde und ich dafür gesorgt hatte, dass sie auch von Tshumbe fliegen konnte, falls ein Flugzeug auftaucht, musste sie nur reinsteigen und losfliegen. Das ging zu wie bei einem afrikanischen, voll bepackten Bus: alle schrien "Rein in den Flieger, wir machen die Türen zu" und der Koffer wurde mit voller Wucht reingeworfen und Jil hinterher. Türklappe zu und los geht's. Ich sauste schnell weiter nach hinten um nicht direkt neben dem Flieger zu stehen und schon sauste das Flugzeug davon. Da war mir schon ein bisschen mulmig, aber so ist das eben im Kongo, man muss immer auf alles gefasst sein.

Danach feierten wir noch ausgiebig die Hochzeit, aßen super Reis mit Maniokblättern - Antilopenfleisch und Zika (lokaler Fisch) und tanzten gemeinsam mit den traditionellen Tänzern. Eine wirklich schöne Feier, die auch all unsere MitarbeiterInnen genossen! 

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