Zeugnisverteilung und Brazzaville, Juli 2018

Am 02. Juli erhielten auch unsere Kinder des Kindergartens und der Schule ihre Jahreszeugnisse. Für die Eltern und die Kinder ist das immer ein großes Event bei dem viel getanzt und gesungen wird. Ja sogar die Kindergartenkinder bekommen im Kongo ein Zeugniss (obwohl sie es selbst ja noch gar nicht lesen können - aber Vorschrift ist Vorschrift und daran halten wir uns) Die Kinder, die in die Grundschule aufsteigen freuten sich ganz besonders, denn sie erhielten ihr Abschlusszeugnis des Kindergartens und durften sogar spezielle Kleidung tragen (grün gelb) mit einer Studiumsmütze zum Abschluss. Auch die Eltern und Bezugspersonen freuten sich über ihre Kinder. In der Grundschule schafften es leider ein paar Kinder nicht durchzukommen und werden das Jahr wiederholen müssen. Da die Eltern und Bezugspersonen daheim mit den Kindern nicht lernen und die Kinder meist nur arbeiten müssen, liegt die komplette Verantwortung des Lernens in der Schule und dies ist viel Arbeit für die Lehrpersonen, denn die meisten Familien können gar nicht Schreiben geschweige denn Lesen.

Ende Juni reisten Kerby und ich schnellher nach Brazzaville, der Hauptstadt des anderen Kongos, da Kerby dort für einen Arbeitskollegen für drei Wochen einspringen musste. Ich nutzte die Gelegenheit um endlich wieder mit meiner Schreibarbeit, der Patenarbeit, den Berichten und der Buchführung nach zu kommen, denn in Tshumbe habe ich dafür erstens keine Zeit, zweitens keinen Strom und drittens kein Internet. So kommt in ein paar Monaten schon einiges zusammen. Brazzaville liegt am anderen Ufer des Kongoflusses, genau gegenüber von Kinshasa. Doch die Stadt ist komplett anders als Kinshasa: viel organisierter, sauberer, grüner (mehr bepflanzt) es wird sehr auf die Umwelt geachtet und die Armut ist auch nicht so groß und offensichtlich wie in Kinshasa. (Natürlich ist die Armut da, doch verglichen mit Kinshasa, ist diese komplett anders und nicht so schlimm) In "meinem" Kongo wäre auch so viel möglich, es könnte so viel getan werden und das Land so gut genutzt werden, jedoch verhindert das die Politik, das ist sehr schade. 

Nach drei Wochen kehrte ich wieder nach Tshumbe zurück und Kerby musste leider nach Amerika und dann nach Kampala, Uganda reisen, da dort sein nächster Job auf ihn wartete. Für uns ist das immer noch das größte Problem und die größte Herausforderung: ein Privatleben für uns zu haben. Ich hoffe das wir dafür in der Zukunft eine bessere Lösung finden können.

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